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Im Projektbereich B "Transport und Dynamik" werden Nichtgleichgewichtszustände
von Nanomagneten betrachtet. Darunter verstehen wir spinabhängigen Transport,
Fluktuationen und Spinwellen, strominduzierte Domänenwandbewegung sowie
Umschaltprozesse. Im Nanomagnetismus können die verschiedenen Phänomene nicht
mehr unabhängig von einander betrachtet werden: so werden stromdurchflossene
Nanostrukturen zur Spinpräzession angeregt, strahlen Mikrowellen ab oder zeigen
Magnetisierungsumkehr. Daraus ergeben sich sowohl für die Grundlagenforschung
als auch für technologische Anwendungen völlig neue Perspektiven, die im
geplanten SFB verfolgt werden sollen. Dynamische Untersuchungen liefern einen
fundamentalen Einblick in den kollektiven Magnetismus. Dabei decken die
relevanten Längenskalen den überaus weiten Bereich von makroskopischen Distanzen
aufgrund der dipolaren Wechselwirkung bis hin zur mikroskopischen Skala aufgrund
der Austausch- und Spin-Bahn-Wechselwirkung ab. Dieses stellt eine große
Herausforderung dar, für das Experiment ebenso wie für die Theorie. In enger
Kooperation sollen im Projektbereich B magnetische Materialien, insbesondere
3d-Ferromagnete, durch gezielte Kombination von fokussierter Ionenstrahltechnik,
Rasterkraft- und Elektronenstrahl- Lithograhie bis hinunter auf die 10 nm-Skala
reproduzierbar strukturiert (Top-Down-Approach) sowie zeit- und ortsaufgelöst
untersucht werden.
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Hinsichtlich der betrachteten Strukturgrößen stellen wir damit den
Überlapp mit dem Bottom-Up-Approach (typische Skala: 0,1 nm bis einige
10 nm) her. Innovative Messtechniken wie spinaufgelöste inelastische
Rastertunnelspektroskopie, Spektroskopie mit laborerzeugten fs-XUV-Pulsen
und mit dem Freien-Elektronen-Laser (FEL) am DESY werden dabei neue
Einblicke in die Spindynamik auf einer bisher kaum erforschten Längen-
und Zeitskala bieten. In der Theorie nutzen wir sowohl klassische als
auch Quanten-Monte-Carlo-Methoden, um Fluktuationen, Spinwellen-Moden
und Phasenübergänge zu berechnen. Zum mikroskopischen Verständnis des
spinabhängigen Transports und der strominduzierten Dynamik werden die
elektronischen Zustände und Spinverteilungen, die selbstkonsistent
berechnet werden, in die Streutheorien mit einbezogen.
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